Mittwoch, 22. Februar 2012
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 Hintergrund Minimize
Straßenneubau mit Augenmaß! Die innerstädtischen Quartiere sind durch schrittweisen Aus- und Neubau des Tangentenviereckes und des Mittleren Ringes zu entlasten.

Erwartungen

Von unseren Verkehrsplanern erwarten wir eine fundierte Begutachtung der Verkehrssituation und eine daraus resultierende zukunftsweisende Planung. Von unseren Politikern eine unpolitische Entscheidung auf Grundlage der Empfehlungen des Verkehrsplanungsamtes und ein großes Engagement diese Empfehlungen auch umzusetzen, vor allem wenn es gilt, die finanziellen Mittel bereit zu stellen bzw. Fördergelder zu akquirieren. Von unseren Umweltschützern erhoffen wir uns einen wirklich offenen Dialog ohne vorgefertigte Meinungen. Es ist richtig, dass die Bahnvariante auch wertvolles Grün beschädigen wird. Aber kann man in der grünsten Großstadt Deutschlands dieses Argument wirklich gegen die von Verkehrslärm und giftigen Abgasen betroffenen Menschen verwenden? Wir sind sehr um die Objektivität dieses Forums bemüht. Als direkt Betroffene sind wir allerdings nicht davor gefeilt, parteiisch zu urteilen. Vielleicht gelingt es uns dennoch, durch eine sachliche Diskussion in einen Dialog zu treten.


  

 Leipzig-Großstadt im Herzen Europas Minimize
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Leipzig ist die zweitgrößte Stadt in den neuen Bundesländern, ein dominantes Verkehrskreuz und eine dynamisch aufstrebende Wirtschaftsregion im Zentrum Europas. Es ist Oberzentrum und Konzentrationspunkt urbanen Lebens.

Im Jahr 2006 hatte Leipzig etwa 505.000 Einwohner (mit leicht steigender Tendenz, weil es eines der wenigen Zuzugsgebiete ist). Im Großraum Leipzig/Halle leben derzeit 1,5 Mio Menschen. In einem Radius von 100 bis 150 km um Leipzig wächst diese Zahl auf 6 - 9 Mio.

Die Großstadt Leipzig besitzt in zentraler europäischer Lage eine der modernsten Infrastrukturen Europas: Eisenbahnknotenpunkt mit dem größten Kopfbahnhof Deutschlands (z.T. in Teilen Ausbau zum Durchgangsbahnhof), Autobahn- und Fernstraßenknoten (der Autobahnring A9, A14, A38 ist fertiggestellt; die A 72 wird gebaut), Transkontinentalflughafen mit 2 Start- und Landebahnen und dem im Aufbau befindlichen Logistikzentrum (DHL) und dem Güterverkehrszentrum.

Leipzig ist eine europäische Drehscheibe und spielt eine zentrale Rolle zwischen West- und Osteuropa mit hoher Kompetenz im Bezug auf Osteuropa, dem Markt von morgen. Mit der Aufnahme weiterer osteuropäischer Mitglieder in die EU wurde die Rolle Leipzigs noch verstärkt. Darüber hinaus hat Leipzig für den mitteldeutschen Raum die Funktion eines Wirtschafts-, Wissenschafts-, Bildungs-, Dienstleistungs-, Kultur-, Gesundheits-, Sozial- und Verwaltungszentrums. Es hat eine über 500jährige Messetradition und besitzt das modernste Messegelände Deutschlands. Es ist Sitz einer 600jährigen Universität und weiterer weltbekannter Hochschulen, Forschungs- und Kultureinrichtungen und ist Fabrikationsstandort weltbekannter Autohersteller. Leipzig punktet im überregionalen Stadtortwettbewerb immer nachhaltiger als eine Stadt mit hervorragender Lebensqualität und besten Entwicklungschancen.

Diese ausgezeichnete Stellung und Entwicklung Leipzigs basiert zu einem beträchtlichen Teil auf der hervorragenden Infrastruktur. Prinzipiell erforderlich wurde der Ausbau einer leistungsfähigen Infrastruktur als Grundlage einer wirtschaftlichen Wettbewerbsfähigkeit bei gleichzeitiger Sicherung einer stadt- und umweltverträglichen Organisation des Verkehrs durch ein Netz der kurzen Wege. Die Entwicklung von Mobilität und Verkehr in den neuen Bundesländern durchläuft seit Jahren einen tiefgreifenden Wandel, der durch eine steigende Motorisierung auch in den kommenden Jahren sowie durch neue Anforderungen an die Verkehrsorganisation und - infrastruktur charakterisiert ist. Mit erheblichen Investitionen in die Verkehrsnetze wurde seit 1990 auf diesen Wandel reagiert.

Einerseits soll die Stadt attraktiv und wettbewerbsfähig sein indem ihre Erreichbarkeit und Funktionsfähigkeit gewährleistet sind. Andererseits müssen die negativen Folgewirkungen des Verkehrs, die Verkehrsunfälle, die steigenden Umweltbelastungen einschließlich des Lärms und die finanziellen Folgekosten in Art und Ausmaß sowohl im Interesse der Stadt als auch ihrer Bürger im Blick auf die Belastungen heutiger und zukünftiger Generationen begrenzt werden.

Das Hauptaugenmerk ist darauf gerichtet, dass weitgehend vorhandene radiale Hauptstraßensystem der Stadt zu einem leistungsstarken Ring- und Tangentensystem umzugestalten und gleichzeitig den ÖPNV durch den bereits fortgeschrittenen Ausbau von Stadt- und Straßenbahntrassen zu fördern.

Um den innerstädtischen Verkehr diesen neuen Bedürfnissen anzupassen, hat sich der Stadtrat 1992 mit den "Verkehrspolitischen Leitlinien" u.a. für die Umgestaltung des historisch gewachsenem Radialsystems in ein leistungsfähiges Tangentensystems entschieden und 2003 im Stadtentwicklungsplan "Verkehr und öffentlicher Raum" fortgeschrieben.

Eines der wichtigsten Verkehrswege zur Lösung dieser vielfältigen Aufgaben ist der Mittlere Ring Leipzig.


  

 Bevölkerungsentwicklung Minimize

Bei der Prognose für Deutschland und Sachsen ist die für Leipzig vorgesehene Einwohnerntwicklung eine sehr große Herausforderung.

Bevölkerungsentwicklung

Bei der gegebenen Bevölkerungsentwicklung in Deutschland und besonders in Sachsen kommt das angestrebte moderate Wachstum der Einwohner für die Stadt nicht im Selbstlauf. Dafür bedarf es u. a. der Verbesserung der Standortbedingungen für die Wirtschaft, die Schaffung von Arbeitsplätzen in allen Bereichen durch den weiteren Ausbau der technischen und sozialen Infrastruktur sowie der ökologischen Umweltbedingungen.

Bevölkerungsentwicklung

  

 Mobilitätsverhalten in Leipzig Minimize
Mobilität ist ein unverzichtbarer Gewinn unserer modernen Welt. Vielfältige Freizeitaktivitäten, die Lust am Reisen, aber auch eine Arbeitswelt, die immer mehr Flexibilität verlangt, machen uns zu einer Gesellschaft, die Mobilität groß schreibt. Mobilität ist für viele gleichbedeutend mit Freiheit und die soll grenzenlos sein.

  

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 Verkehrswege in Leipzig-Historie und Gegenwart Minimize

Um der künftigen Entwicklung der Stadt besser gerecht zu werden, hat der Stadtrat 1992 mit den "Verkehrspolitischen Leitlinien" den Umbau des historisch gewachsenen Radialsystems in ein Tangenten-Ringsystem beschlossen. Diese Entwicklung wurde mit dem Beschluss zum Stadtentwicklungsplan "Verkehr und öffentlicher Raum" (STEP) 2003 fortgeschrieben.

Noch vor dem Ende des 18. Jahrhunderts begonnen und nach der Völkerschlacht 1813 weitergeführt, verwirklichten verantwortliche Leipziger Stadtväter einen einmaligen Stadtumbau. Sie hatten erkannt, welche Möglichkeiten mit der Schleifung der Stadtmauer, dem Verfüllen des sog. Wallgrabens und der parkähnlichen Gestaltung dieser Flächen rund um die damalige Stadt verbunden waren. Damals lebten innerhalb des Walls ca. 30 000 Menschen auf nur 1km² Siedlungsfläche. Ihnen wurde direkt vor der Stadt ein Erholungsgebiet, der sog. Promenadenring geschaffen. Schon damals schuf man parallel zu diesem Grüngürtel einen "Fahrweg" für Kutschen. Ständig ausgebaut und den jeweiligen Forderungen des Verkehrs angepasst existiert er noch heute als der Innerstädtische Ring und bewältigt einen Großteil des innerstädtischen und des Durchgangsverkehrs der Stadt Leipzig.

Als weiteren zukunftsweisenden Schritt schufen die Leipziger Verkehrsplaner mit Beginn des 20. Jahrhunderts einen Eisenbahnring um die damalige Peripherie der Stadt. Mit diesem sog. Güterring wurde eine überaus wirtschaftlich und verkehrstechnisch fortschrittliche Lösung für den Schienenverkehr geschaffen. Das weit Vorausschauende an dieser Lösung für den Straßenverkehr war, dass sämtliche diesen Ring kreuzenden radialen Strassen überbrückt oder untertunnelt wurden. Dieser Güterring ist noch heute ein Vorbild für moderne innerstädtische Verkehrsbauten. U.a. in der Konsequenz dieses Ringes wurde beginnend 1906 der Leipziger Hauptbahnhof errichtet (Fertigstellung 1915) und 6 zentrumsnahe Leipziger Personenbahnhöfe wurden dafür abgerissen.

Für den Straßenverkehr machten sich ebenfalls moderne Lösungen erforderlich. Jedoch erst 1992 wurden dafür Grundsätze, Aufgabenstellungen und Lösungen in den "Verkehrspolitischen Leitlinien" fixiert und 2003 im Leipziger Stadtentwicklungsplan "Verkehr und öffentlicher Raum" fortgeschrieben. Sie enthalten u.a. ein zu diesem Zeitpunkt bereits in der Planung und Realisierung befindliches Tangentenviereck nahe des Stadtzentrums für den KFZ-Verkehr. Damit ist jedoch keine ausreichende Entlastung des Verkehrs auf dem Promenadenring verbunden. Diese Entlastung soll und wird zwangsläufig erst ein ebenfalls in diesen Leitlinien verankerter Verkehrsweg im Abstand von 5 bis 7 km zum Stadtkern, der Mittlere Ring Leipzig (MR), bringen. Er wurde bereits abschnittsweise realisiert (Nord/Nordost). Die weitere Planung wurde jedoch aus Kostengründen vorerst bis 2015 ausgesetzt. Die äußere Ergänzung der Vorhaben für den Kraftverkehr in und um Leipzig ist der Autobahnring. Dieser Ring wurde mit der Fertigstellung des östlichen Endes der A 38 im Jahr 2006 geschlossen. Er nimmt vorrangig den Fernverkehr auf und entlastet den innerstädtischen Verkehr nur in einem geringen Umfang.


  

 Belastungen durch den Verkehr (Folgen des Verkehrs) Minimize

Doch der Verkehr stößt längst an seine Grenzen. Staus auf unseren Straßen verkehren Mobilität in Stillstand. Verkehr hat zudem dramatische Schattenseiten: Er schadet Mensch und Natur. Unfälle, gesundheitliche Beeinträchtigungen durch Lärm und Luftverschmutzung, der Verbrauch von Landschaft und natürlichen Ressourcen verursachen Schäden, deren Kosten allein in Deutschland auf mehr als 130 Mrd. Euro pro Jahr geschätzt werden. Der Straßenverkehr ist mit einer der Voraussetzungen für das Funktionieren unseres Wirtschaftssystems und fester Bestandteil unseres privaten Lebens. Er ist aber unverkennbar auch Ursache von schweren Schäden durch Unfälle und Umweltbelastungen und wird dementsprechend kontrovers diskutiert. So steht es in der Homepage des Umweltbundesamtes der Bundesrepublik Deutschland im Oktober 2005. Politiker von Städten, Ländern und des Bundes sind aufgefordert den unumstritten für die Wirtschaftsentwicklung notwendig steigenden Verkehrsbedarf auf Straße und Schiene so zu entwickeln, dass die Gesundheit der Menschen und die bestehende soziale Struktur der Städte und Gemeinden nicht nur erhalten bleibt sondern verbessert wird.


  

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 Leipzig - Stadt der kurzen Wege Minimize
Nur wachsende Städte haben die Chance, im Wettbewerb um Arbeitsplätze zu bestehen. In diesem Zusammenhang muss Leipzig seine Rolle als Oberzentrum im mitteldeutschen Raum weiter festigen. Die gute Anbindung der Stadt an die überregionalen Netze des Straßen-, Schienen- und Luftverkehrs haben viele Investoren zur Ansiedlung und damit zur Schaffung von Arbeitsplätzen veranlasst. So lange der Zeitgewinn auf den überregionalen Strassen beim Anfahren des Zieles im Großstadtdschungel wieder verloren geht, sind Infrastrukturmaßnahmen dringend notwendig. Die Ratsversammlung wird prüfen und entscheiden müssen was sich Leipzig auf diesem Gebiet leisten kann und will. In fünf Minuten zum Wohngebietszentrum, in sieben Minuten zum Kindergarten, in drei Minuten zur Straßenbahn- bzw. Bushaltestelle, in zehn bis zwanzig Minuten zum Stadtzentrum, zum Arbeitsplatz, zum Naherholungsgebiet oder zur Autobahn - dieses Idealmodell, das Leipzig auf Grund seiner kompakten Stadtstruktur durchaus erfolgreich ansteuern kann, vereint die Funktionen Wohnen, Arbeiten, Versorgung, Bildung, Soziales, Freizeit, umweltfreundliche Mobilität und Kultur in einem Stadtteil und deren optimale Einbindung in die Gesamtstadt durch ein leistungsfähiges städtisches ÖPNV - Schienen- und Straßennetz.

  

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 Wohn- und Lebensqualität- Grünflächen, Erholung und Verkehr Minimize

Hintergr_04.jpgDie Attraktivität einer Stadt wird maßgeblich durch städtische Grünflächen, die umgebende Landschaft und die Vielfalt von Naherholungsgebieten in der Stadt und im Umland geprägt.

Parkanlagen, Grünflächen und Baumbestände schlechthin reichen nicht aus, um die von den Menschen erwartete Wohn- und Lebensqualität zu sichern. Im Einzugsbereich des MR Ost – Südost (Variante 2) sind vorhandene Grünflächen in zusammenhängende, stadtteilbezogene und attraktive Erholungsgebiete mit hohem Aufenthaltswert umzugestalten, mit denen sich die Menschen dieser Stadtteile identifizieren können. So lassen sich Kurzfahrten mit dem Auto in nahe gelegene Erholungsgebiete reduzieren.

Mit dem Bau der Variante 2 des MR werden nicht nur die Wohngebiete Stötteritz und Mölkau, sondern besonders auch die Stadtquartiere zwischen dem Güterring der Deutschen Bahn und dem Stadtzentrum um mehr als 30.000 Kfz/24h entlastet, was erheblich zur Verbesserung der Lebens- und Wohnqualität beitragen wird. Gleichzeitig können im Einzugsbereich dieser Trasse vorhandene Grünflächen für die Bewohner der angrenzenden Stadtgebiete als Naherholungs-, Begegnungs- und Identifikationsräume gestaltet werden.


  

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