
Leipzig ist die zweitgrößte Stadt in den neuen Bundesländern, ein dominantes Verkehrskreuz und eine dynamisch aufstrebende Wirtschaftsregion im Zentrum Europas. Es ist Oberzentrum und Konzentrationspunkt urbanen Lebens.
Im Jahr 2006 hatte Leipzig etwa 505.000 Einwohner (mit leicht steigender Tendenz, weil es eines der wenigen Zuzugsgebiete ist). Im Großraum Leipzig/Halle leben derzeit 1,5 Mio Menschen. In einem Radius von 100 bis 150 km um Leipzig wächst diese Zahl auf 6 - 9 Mio.
Die Großstadt Leipzig besitzt in zentraler europäischer Lage eine der modernsten Infrastrukturen Europas: Eisenbahnknotenpunkt mit dem größten Kopfbahnhof Deutschlands (z.T. in Teilen Ausbau zum Durchgangsbahnhof), Autobahn- und Fernstraßenknoten (der Autobahnring A9, A14, A38 ist fertiggestellt; die A 72 wird gebaut), Transkontinentalflughafen mit 2 Start- und Landebahnen und dem im Aufbau befindlichen Logistikzentrum (DHL) und dem Güterverkehrszentrum.
Leipzig ist eine europäische Drehscheibe und spielt eine zentrale Rolle zwischen West- und Osteuropa mit hoher Kompetenz im Bezug auf Osteuropa, dem Markt von morgen. Mit der Aufnahme weiterer osteuropäischer Mitglieder in die EU wurde die Rolle Leipzigs noch verstärkt. Darüber hinaus hat Leipzig für den mitteldeutschen Raum die Funktion eines Wirtschafts-, Wissenschafts-, Bildungs-, Dienstleistungs-, Kultur-, Gesundheits-, Sozial- und Verwaltungszentrums. Es hat eine über 500jährige Messetradition und besitzt das modernste Messegelände Deutschlands. Es ist Sitz einer 600jährigen Universität und weiterer weltbekannter Hochschulen, Forschungs- und Kultureinrichtungen und ist Fabrikationsstandort weltbekannter Autohersteller. Leipzig punktet im überregionalen Stadtortwettbewerb immer nachhaltiger als eine Stadt mit hervorragender Lebensqualität und besten Entwicklungschancen.
Diese ausgezeichnete Stellung und Entwicklung Leipzigs basiert zu einem beträchtlichen Teil auf der hervorragenden Infrastruktur. Prinzipiell erforderlich wurde der Ausbau einer leistungsfähigen Infrastruktur als Grundlage einer wirtschaftlichen Wettbewerbsfähigkeit bei gleichzeitiger Sicherung einer stadt- und umweltverträglichen Organisation des Verkehrs durch ein Netz der kurzen Wege. Die Entwicklung von Mobilität und Verkehr in den neuen Bundesländern durchläuft seit Jahren einen tiefgreifenden Wandel, der durch eine steigende Motorisierung auch in den kommenden Jahren sowie durch neue Anforderungen an die Verkehrsorganisation und - infrastruktur charakterisiert ist. Mit erheblichen Investitionen in die Verkehrsnetze wurde seit 1990 auf diesen Wandel reagiert.
Einerseits soll die Stadt attraktiv und wettbewerbsfähig sein indem ihre Erreichbarkeit und Funktionsfähigkeit gewährleistet sind. Andererseits müssen die negativen Folgewirkungen des Verkehrs, die Verkehrsunfälle, die steigenden Umweltbelastungen einschließlich des Lärms und die finanziellen Folgekosten in Art und Ausmaß sowohl im Interesse der Stadt als auch ihrer Bürger im Blick auf die Belastungen heutiger und zukünftiger Generationen begrenzt werden.
Das Hauptaugenmerk ist darauf gerichtet, dass weitgehend vorhandene radiale Hauptstraßensystem der Stadt zu einem leistungsstarken Ring- und Tangentensystem umzugestalten und gleichzeitig den ÖPNV durch den bereits fortgeschrittenen Ausbau von Stadt- und Straßenbahntrassen zu fördern.
Um den innerstädtischen Verkehr diesen neuen Bedürfnissen anzupassen, hat sich der Stadtrat 1992 mit den "Verkehrspolitischen Leitlinien" u.a. für die Umgestaltung des historisch gewachsenem Radialsystems in ein leistungsfähiges Tangentensystems entschieden und 2003 im Stadtentwicklungsplan "Verkehr und öffentlicher Raum" fortgeschrieben.
Eines der wichtigsten Verkehrswege zur Lösung dieser vielfältigen Aufgaben ist der Mittlere Ring Leipzig.